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  1. Medienausstellung

Medienausstellung Anna Seghers

Zum 120. Geburtstag ihrer „Namenspatronin“ zeigt die Öffentliche Bücherei eine Ausstellung zur Mainzer Ehrenbürgerin.

Seit 1985 trägt die Bibliothek in den Bonifaziustürmen den Namen der aus Mainz stammenden, 1981 zur Ehrenbürgerin ernannten Schriftstellerin Anna Seghers, die vor allem mit ihrem Exilroman „Das siebte Kreuz“ (1944) und ihrer Erzählung „Der Ausflug der toten Mädchen“ (1946) Meisterwerke deutscher Literatur schuf. Ihrer Heimat Mainz und der Landschaft Rheinhessens – das dokumentieren zahlreiche ihrer Bücher, ihre Erinnerungen und die ihres Sohnes Pierre Radvanyi – blieb sie zeitlebens verbunden. 

Zu ihrem 120. Geburtstag hat das Bibliotheksteam ein Display mit rund 65 Titeln zusammengestellt: Gesamtausgaben, kleine und große Prosa, Hörbücher und Verfilmungen. Ergänzt werden sie durch Biographien – die bekanntesten dürften die Christiane Zehl-Romeros (2003) und Wilhelm von Sternburg (2010) sein -, Textanalysen und Interpretationen, auch für den Deutschunterricht. Ein umfassendes Standardwerk: Sonja Hilzingers im Jahr 2000 erschienene Einführung in Leben und Werk der Autorin. Brandaktuell ist Volker Weidermann brillant erzählte Darstellung über die Seghers´ Jahre im mexikanischen Exil.

Die kleine Ausstellung lädt nicht zuletzt dazu ein, weniger Bekanntes von Seghers zu entdecken. Wussten Sie, dass Seghers auch Märchen, Legenden und Geschichten mit Schauplätzen wie Mexiko und Tahiti schrieb? Ihr Roman „Der Weg durch den Februar“ (1935) als die realistischste Schilderung des Aufstands der österreichischen Sozialdemokraten 1934 gegen das austrofaschistische Dollfuß-Regime gilt? Unbedingt (wieder) lesenswert: die 1990 posthum erschienene Novelle „Der gerechte Richter“, entstanden 1957/58, in der die Autorin ihre Schuld als linientreue Kommunistin im Unrechtssystem des „realexistierenden Sozialismus“ der DDR unter Walter Ulbricht reflektiert. Eine Rehabilitation der Autorin, der anlässlich ihres 90. Geburtstags Diffamierung vorausgegangen war, paradigmatisch formuliert in Marcel Reich-Ranickis Artikel (FAZ 27.1.1990): „Nicht gedacht soll ihrer werden“.

Sind Sie neugierig auf die Seiten der Seghers, die sie noch nicht kennen? Dann besuchen Sie die Öffentliche Bücherei –Anna Seghers. Die Ausstellung läuft vom 3. bis zum 28. November 2020.

Die kommentierte Medienliste zur Ausstellung erhalten Sie kostenlos vor Ort oder hier als Download.

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