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Uğur Şahin und Özlem Türeci

Die Ärzte, Wissenschaftler und Gründer Uğur Şahin und Özlem Türeci kommen aus dem Bereich der Krebsmedizin und -forschung. Die Einzigartigkeit eines jeden Tumors eines Patienten erkannten sie als eine Ursache für das Scheitern vieler Therapien bei Krebs. Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit beschäftigen sie sich seit Mitte der 1990er Jahre mit der Frage, wie das volle Potenzial des körpereigenen Immunsystems des Menschen gegen den eigenen Krebs genutzt werden kann. Sie fokussierten sich anfangs an der Universität des Saarlandes und der Universität Mainz darauf, individualisierte Krebstherapien zu entwickeln.

Im Rahmen ihrer Forschung adaptierten Sahin und Türeci verschiedene Technologien für den therapeutischen Einsatz, darunter Antikörper, Zelltherapien und mRNA. Bereits Ende der 1990er Jahre erkannten sie auch das große Potenzial von mRNA, um die grundlegenden Herausforderungen in der Krebsmedizin adressieren zu können. Zu dieser Zeit war das Molekül mRNA noch nicht ausreichend potent und stabil, um es effektiv als Medikament einsetzen zu können.

In mehr als 20 Jahren Grundlagenforschung und translationaler Forschung entwickelten Sahin und Türeci ein tiefes Verständnis des Immunsystems und optimierten eine Vielzahl struktureller Komponenten der mRNA mit äußerster Präzision. So konnten sie erfolgreich die intrazelluläre Stabilität und Translationseffizienz von mRNA signifikant steigern.  Als Resultat dieser grundlegenden Forschungsarbeit konnte mRNA, die in geringen Mengen verabreicht wurde, zum ersten Mal eine starke, langanhaltende Immunantworten induzieren, um in der klinischen Studie gegen Krebs zum Einsatz zukommen. Mit den 2006 publizierten Ergebnissen dieser Arbeit gingen sie im selben Jahr als Sieger aus dem ersten Go.Bio-Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hervor, was 2008 zur gemeinsamen Gründung von BioNTech führte.

In den Folgejahren gelang es dem Forscherpaar, die Effizienz von mRNA weiter zu verbessern, indem sie Strategien entdeckten, um gezielt dendritische Zellen im lymphatischen Gewebe zur Aufnahme der mRNA zu bewegen. Sie sind die „Hochleistungstrainer“ des Immunsystems und ermöglichen es, besonders starke Immunantworten zu induzieren. Dank der Entwicklung geeigneter Lipidformulierungen als Transportmittel für mRNA erreichten die beiden Wissenschaftler und ihr Team eine körperweite mRNA-Aufnahme in dendritische Zellen, wodurch sie eine große Zahl von Immunzellen dazu anregen konnten, die präzise nur die definierten Krebszellen angriffen. Diese bahnbrechenden Fortschritte in der Forschung bildeten die Grundlage für den erfolgreichen klinischen Einsatz von mRNA.

Um ihre Vision individualisierter Krebstherapien zu verwirklichen, entwickelten Sahin und Türeci ein wegweisendes Herstellungsverfahren, um von der Genomanalyse eines jeden Tumors über ein computergestütztes Impfstoff-Design und einen optimierten Prozess individualisierte mRNA-Impfstoffe in nur wenigen Wochen zur Verfügung stellen zu können. Als Resultat schufen Sahin und Türeci mit ihrer mRNA-Technologie eine Plattform, die außerordentlich potent und individualisierbar ist sowie eine schnelle Herstellung der maßgeschneiderten Therapie innerhalb weniger Wochen ermöglicht. 
In den vergangenen Jahren ist BioNTech in der klinischen Entwicklung von Krebstherapien kontinuierlich vorangekommen. Mehrere mRNA-basierte Krebstherapien haben die erste Phase der klinischen Prüfung erfolgreich durchlaufen und befinden sich bereits in fortgeschrittenen Studien. Auf ihr tiefes Wissen über das Immunsystem und ihre über Jahrzehnte entwickelte und gereifte mRNA-Technologie konnten Sahin und Türeci 2020 bei der Entwicklung des weltweit ersten mRNA-basierten COVID-19-Impfstoffes zurückgreifen.

In den kommenden Jahren wird das Team um Sahin und Türeci weiterhin mit Hochdruck an neuen Therapien und Impfstoffen gegen Krebs und Infektionskrankheiten arbeiten, um diese von Mainz aus in die Welt zu den Menschen zu bringen. BioNTech plant, in den kommenden fünf Jahren die ersten Krebstherapien in Richtung Marktreife zu entwickeln. Darüber hinaus forscht das Unternehmen an Impfstoffen gegen Malaria, Tuberkulose und HIV und setzt sich für die Schaffung nachhaltiger Produktionsmöglichkeiten in Ländern mit niedrigem Einkommen ein.

Begründung für die Ehrenbürgerschaft von Universitätsprofessorin Dr. Özlem Türeci

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerinnenwürde an Frau Universitätsprofessorin Dr. Özlem Türeci würdigt die Landeshauptstadt Mainz ihren herausragenden Beitrag für die Entwicklung von Mainz zu einem international anerkannten Forschungs- und Biotechnologiestandort für Immuntherapien und Impfstoffe.

Die international renommierte Ärztin und Wissenschaftlerin auf dem Gebiet der Immunologie und Krebsforschung ist Pionierin für zielgerichtete Ansätze in der Krebsimmuntherapie. Vor über zwanzig Jahren nahm sie ihre Forschungstätigkeit an der Universitätsmedizin Mainz auf, wo sie außerdem am Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie lehrt. Mit Verantwortung für die Patientinnen und Patienten, Vertrauen in die Wissenschaft, dem Mut, neue Wege zu gehen, und mit großer Entschlossenheit verfolgte sie ihr Ziel, den Menschen ganz konkret zu helfen. Dies erreichte sie durch ihre Forschungsarbeit sowie die enge Verbindung von Grundlagenforschung und der Herstellung von Medizinprodukten. Auf Basis ihrer jahrzehntelangen bahnbrechenden Forschungsarbeit bei der Bekämpfung von Krebs gelang so die Entwicklung und Herstellung eines hochwirksamen Impfstoffs gegen Covid-19 in Rekordgeschwindigkeit.

Ihre außergewöhnlichen Leistungen wurden mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt.

Universitätsprofessorin Dr. Özlem Türeci ist eine Wissenschaftlerin von Weltrang und eine innovative Unternehmerin. Sie fördert die internationale Forschung durch Wissenschaftsnetzwerke und in der Lehre. Mit ihren innovativen Ideen und herausragenden Leistungen brachte sie Mainz in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit.

Begründung für die Ehrenbürgerschaft von Universitätsprofessor Dr. Ugur Sahin

Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Herrn Universitätsprofessor Dr. Uğur Şahin würdigt die Landeshauptstadt Mainz seinen herausragenden Beitrag für die Entwicklung von Mainz zu einem international anerkannten Forschungs- und Biotechnologiestandort für Immuntherapien und Impfstoffe.

Der Arzt und Wissenschaftler erlangte internationales Ansehen insbesondere durch seine wegweisenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der individualisierten Krebsimmuntherapie. Vor über zwanzig Jahren nahm er seine Forschungstätigkeit an der Universitätsmedizin Mainz auf, wo er außerdem experimentelle und translationale Onkologie lehrt. Geleitet von dem Wunsch, die bestmögliche Behandlung für die Patientinnen und Patienten zu gewährleisten, suchte er nach Wegen, Forschungsergebnisse unmittelbar in die Anwendung zu bringen. Auf Basis seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Erkenntnisse bei der Bekämpfung von Krebs und der engen Verbindung von Unternehmen und Forschung gelang so die Herstellung eines Impfstoffes gegen Covid-19 in Rekordgeschwindigkeit.

Seine außergewöhnlichen Leistungen wurden mit höchsten Auszeichnungen gewürdigt.

Universitätsprofessor Dr. Ugur Sahin ist ein weltweit anerkannter Wissenschaftler und ein innovativer Unternehmer. Er fördert zudem die internationale Forschung in Wissenschaftsnetzwerken und in der Lehre. Mit seinen zukunftsweisenden Ideen und herausragenden Leistungen brachte er Mainz in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit.

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